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Weitere Informationen rund um die Schwangerschaft

Toxoplasmose
Die Toxoplasmose ist eine Infektionserkrankung verursacht durch ein Protozoon mit dem Namen Toxoplasma gondii. Hauptübertragungswege sind der Verzehr von rohem Fleisch, der Kontakt zu infizierten Katzen und ungewaschenen Gemüse. Im Blut ist die Infektion über den Nachweis von Antikörpern nachweisbar. Liegt keine Immunität bei der Mutter vor, ist in der Schwangerschaft besondere Vorsicht geboten. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft, die häufig klinisch symptomlos verläuft, kann zur Infektion des ungeborenen Kindes führen. Diese kann abhängig vom Infektionszeitpunkt in der Schwangerschaft einen milden oder schweren Verlauf nehmen. Im Extremfall kann es zum Kindstod kommen. Bei fehlender Immunität der Mutter sollte in der 20. und 30. SSW eine erneute Blutkontrolle durchgeführt werden, um eine eventuell zwischenzeitlich erfolgte Infektion nachzuweisen. Sollte dies der Fall sein kann eine antibiotische Therapie eingeleitet werden um die Folgen der Infektion einzugrenzen. Zudem würde im Ultraschall nach Infektionszeichen des Kindes gesucht. Sollte bereits vor der Schwangerschaft eine Infektion mit Toxoplasmose stattgefunden haben sind Sie geschützt.

 

Verhaltenshinweise zum Schutz vor einer Toxoplasmoseinfektion:

 

Cytomegalie
Eine Infektion mit Cytomegalievirus verläuft für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos. Nach einer Infektion verbleiben die Viren in den Körperzellen. Die Übertragung findet über infizierte Körperflüssigkeiten statt. Findet die Erstinfektion jedoch in der Schwangerschaft statt (in Deutschland sind ca. 1% aller Schwangeren betroffen) kann diese für das ungeborene Kind sehr gefährlich sein. Die Infektion mit dem CytomegalieVirus (CMV) ist insgesamt die häufigste Infektion, die während einer Schwangerschaft von der Mutter auf den Fötus übertragen wird. Kommt es während des ersten oder zweiten Drittels der Schwangerschaft zu einer Infektion, so kann sie zu verschiedenen Erkrankungen und Fehlbildungen beim Kind führen. Zum Zeitpunkt der Geburt erscheinen 90% der Kinder klinisch gesund. Allerdings werden bei einigen im späteren Verlauf Hörschäden, Lernschwierigkeiten und sogar eine geistige Retardierung beschrieben. Etwa 10% der infizierten Kinder sind bereits zum Zeitpunkt der Geburt sehr krank, haben Blutarmut, Leber-und Milzvergrößerung, Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung. Das Risiko einer Infektion mit Cytomegalieviren während der Schwangerschaft betrifft vor allem Frauen, die „CMV-seronegativ“ sind, d.h. die noch keine CMV-Infektion durchgemacht haben. Um bei ihnen die CMV-Infektion rechtzeitig zu erkennen, müsste während der Schwangerschaft regelmäßig ein Test auf CMV-Antikörper (CMV-IgG) gemacht werden. Dieser Test ist (noch) nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge, unter anderem deshalb, weil bisher keine Therapie zur Verfügung stand. In Studien konnte jedoch durch die Verwendung von CMV-Hyperimmunglobulin eindrucksvoll eine Herabsetzung der Übertragungsrate der Infektion von der Mutter auf das Kind beobachtet werden. Dies könnte zukünftig eine Therapieoption sein. Die konnatale CMV-Infektion und ihre Folgen für die betroffenen Kinder und ihre Familien sind ein bislang verdrängtes Problem. Seronegative Schwangere sollten die Exposition mit dem Virus meiden (v.a. Kinderpflegerinnen).

 

Alpha Feto Protein (AFP)
Unter Neuralrohrdefekten versteht man eine Gruppe von Erkrankungen des ZNS (Zentralnervensystems) wie z.B. die Spina bifida (Offener Rücken), die teils mit schweren neurologischen Störungen wie Lähmungen oder Einschränkung der Blasen- oder Darmfunktion verbunden sein kann. Im schlimmsten Fall kommt es zu schweren Fehlbildungen des Schädels und Gehirns.Im Falle eines Neuralrohrdefekts tritt kindliches AFP (Alpha Fetoprotein) ins mütterliche Blut über. Aus dem im Blut gemessenen AFP-Wert kann unter Berücksichtigung des Schwangerschaftsalters (16.–18. SSW) das Risiko einer solchen Erkrankung ermittelt werden.

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Jede werdende Mutter möchte selbstverständlich ein gesundes Kind zur Welt bringen. Daher sollten alle schädigenden Einflüsse auf die Schwangerschaft vermieden werden. Verzichten Sie Ihrem Kind zuliebe auf Rauchen und Alkohol. Jede Zigarette birgt die Gefahr, dass das Kind im Wachstum verzögert wird, einen Sauerstoffmangel erleidet oder durch eine vorzeitige Erschöpfung und Verkalkung des Mutterkuchens zu früh geboren wird. Der Genuss von Alkohol kann insbesondere in den ersten Schwangerschaftsmonaten zu schweren Hirnschäden und Wachstumsstörungen führen. Tee und Kaffee belasten Herz und Kreislauf und sollten nur in Maßen genossen oder durch Mineralwasser, stilles Wasser, Kräutertees und naturbelassene Säfte ersetzt werden.

 

Gestationsdiabetes
Bis zu 15% aller Schwangeren entwickeln eine Zuckererkrankung, die ohne Therapie zu erheblichen Veränderungen in der Schwangerschaft führen kann. So sind die Kinder deutlich größer, haben zu viel Fruchtwasser und bei und nach der Entbindung treten vermehrt Probleme auf durch Anpassungsstörungen und kindliche Unreife. Um diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen kann in der 24-28 SSW ein Suchtest (Zuckerbelastungstest) durchgeführt werden. Bei diesem Test müssen Sie zunächst einen mit Glucose gesüßten Tee trinken. Nach einer Stunde wird eine Blutentnahme zur Blutzuckerbestimmung durchgeführt. Bei Auffälligkeiten überweisen wir Sie zur genaueren Diagnostik zu einem Spezialisten für Diabetes.

 

Ernährungsberatung
Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit. Besonders auch, weil sie jetzt noch mehr als sonst auf Ihre Ernährung achten sollten. Allgemein sollte die Nahrungszusammenstellung abwechslungsreich und bedarfsgerecht sein. Aus dem Nahrungsangebot bezieht ihr Kind alle lebenswichtigen Bausteine die es zu einem normalen Wachstum benötigt. Das heißt aber nicht, dass sie für „zwei“ essen sollen. Nicht die Kalorien sind entscheidend, sondern die Ausgewogenheit des Angebots. Sie erhalten von uns einen detaillierten Ernährungsplan, bei Feststellung der Schwangerschaft. Die empfohlene Trinkmenge liegt bei 2-3 l pro Tag.

Zum Schutz vor Infektionen sollte kein rohes Fleisch (z.B. Mett, Tartar, Salami, Schinken), kein roher Fisch (z.B. Matjes, Hering), keine rohen Eier (z.B. Tiramisu) oder Rohmilchprodukte (z.B. Käse) gegessen werden. Zudem sollten o.g. Schutzmaßnahmen (s. Toxoplasmose) bei unklarem Toxoplasmosestatus eingehalten werden.

Medikamente sollte nur in Absprache mit dem verordnenden Arzt/Ärztin eingenommen werden.

 

Sie sollten eine tägliche Nahrungsergänzung mit 400 µg Folsäure, 100mg Jod und Vitaminen durchführen. Hierzu gibt es eine Reihe von handelsüblichen Produkten, die Sie am Besten ab dem Zeitpunkt des Kinderwunsches bzw. ab Feststellung der Schwangerschaft täglich einnehmen sollten.